Knackiger Käsekuchen, Labberiger Laberlappen, Bunter Blumenblödel, Schwingende Schwirrschwalbe, Tatteriger Tortentrödel, Klingende Klirrkarre, Dorrender Dusseldachs, Flirrende Flatterfee, Gurrende Gartengans, Hämmernder Haarhai, Piepsiger Papierpanther, Plappernder Plastikpoppel, Weißer Windelwurm, Rollender Raumregen, Offene Ordungsorchidee…
Eines unserer aktuellen Lieblingsspiele im Tanzunterricht ist es, solche Schimpfwörter zu erfinden. also keine gemeinen Schimpfwörter – sondern solche, die klingen, hüpfen und fast schon tanzen.
Umso größer war meine Freude, als mich eines Tages ein Paket vom MIXTVISIONS Verlag erreichte. Darin lag das Bilderbuch: Das große Schimpfen. Ich habe gestrahlt und sofort laut gelacht. Denn dieses Buch schien genau zu unserem Spiel zu passen.
Im Mittelpunkt steht ein großer Schimpfwettbewerb. Moderiert von zwei Schnattergänsen treffen sich dort die unterschiedlichsten Figuren und überbieten sich gegenseitig mit den phantasievollsten Schimpfwörtern. Keine gemeinen Schimpfwörter, sondern kreativ und voller Sprachwitz.
Als ich das Buch mit Kindern las, dauerte es nicht lange, bis die erste Frage kam:
” Stefi, darf man denn überhaupt schimpfen?“
Na klar, antwortete ich. Aber in diesem Buch gibt es eine ganz besondere Regel, ihr werdet sie vielleicht erkennen, wer weiß?
Knackiger Käsekuchen, Labberiger Laberlappen, Bunter Blumenblödel, Schwingende Schwirrschwalbe, Tatteriger Tortentrödel, Klingende Klirrkarre, Dorrender Dusseldachs, Flirrende Flatterfee, Gurrende Gartengans, Hämmernder Haarhai, Piepsiger Papierpanther, Plappernder Plastikpoppel, Weißer Windelwurm, Rollender Raumregen, Offene Ordungsorchidee…
Ich lasse die Wörter in meinem Mund klingen und schmecke regelrecht die Wörter. Die Kinder hören aufmerksam zu. Manche kichern bereits, andere überlegen angestrengt und suchen nach der Regel. Auf einmal ruft es:
”Das fängt immer mit dem gleichen Buchstaben an.“
Genau! Mir persönlich hat es am meisten der Labberige Laberlappen angetan, denn der klingt so lustig und das weiche L hinterlässt im Mund so einen angenehmen Geschmack. Gemeinsam schauen wir uns das Wort einmal genauer an. Wie viele Ls entdecken wir? Und wie sieht es beim Plappernden Plastikpoppel aus? Nach und nach wird das Geheimnis gelüftet.
Jedes Schimpfwort besteht aus drei Wörtern, die alle mit demselben Anfangsbuchstaben beginnen. Von da an gibt es kein Halten mehr. Ein Buchstabe wird ausgewählt und schon entstehen die ersten eigenen Schimpfkunstwerke. Die Kinder werden zu klitzekleinen Sprachkünstlern und merken ganz nebenbei, dass Sprache unglaublich kreativ sein kann.
Es sind wahrhafte kleine Kunstwerke und genau deshalb gibt es im Bilderbuch auch einen Schimpfwettbewerb.
Natürlich wollten wir sofort selbst welche erfinden. Wir wählen gemeinsam einen Anfangsbuchstaben aus – zum Beispiel das A. Nun beginnt die Suche.
Welche Wörter fallen uns dazu ein?
Langsam entsteht aus den einzelnen Wörtern das erste eigene Schimpfkunstwerk. Danach folgen vielleicht B, C oder D. Mehr schaffen wir in einer Unterrichtsstunde meist gar nicht. Aber das müssen wir auch nicht. Viel schöner ist es zu beobachten, wie aus einer kleinen Idee nach und nach immer mehr Kreativität entsteht.

Dies war nur der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich!
Mit den neu entstandenen Schimpfkunstwerken beginnt der eigentliche Spaß.
Plötzlich werden aus Wörtern Rhythmen. Wir sprechen sie, klatschen sie, stampfen sie und lassen sie durch den Raum tanzen. Manche Kinder finden zuerst eine Bewegung, andere entdecken zunächst den Rhythmus der Wörter und entwickeln daraus einen kleinen Tanz.
So entstehen nach und nach kleine Bewegungsfolgen, die ganz unterschiedlich aussehen dürfen. Denn jedes Schimpfkunstwerk bringt seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Dynamik und seinen ganz eigenen Charakter mit.
Nach und nach entstehen aus den Schimpfkunstwerken kleine Tänze.
Jedes der drei Wörter erhält eine eigene Bewegung. So wächst Schritt für Schritt eine kleine Choreographie, die so einzigartig ist wie jedes Schimpfwort. Der Labberige Laberlappen tanzt eben ganz anders als der Plappernde Plastikpoppel. Am liebsten gestalten die Kinder ihre Schimpfkunstwerke gemeinsam. Im Duett, Terzett oder Quartett wird ausprobiert, verworfen, neu erfunden, geschimpft und natürlich viel gekichert.
Und weil jedes große Kunstwerk am Ende eine Bühne verdient, folgt zum Abschluss unser eigener Schimpfwettbewerb. Eine Gruppe nach der anderen präsentiert ihr Schimpfkunstwerk, spricht es laut in den Raum und tanzt ihre Choreographie. Natürlich gibt es dafür Applaus – das versteht sich von selbst.

Ich wünsche Dir von Herzen viel Freude beim gemeinsamen Schimpfen, Kichern und Erfinden. Und wer weiß – vielleicht begegnet Dir ja schon bald ein rollender Raumregen oder ein labberiger Laberlappen in Deinem Tanzunterricht.
Danke fürs reinlesen
Deine Stefi
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Tanze Wild & Frech Post
Die ’Tanze Wild & Frech Post‘ ist einmal im Monat eine kleine Einladung in meine Welt. Dort teile ich Gedanken, inspirierende Momentaufnahmen und Termine aus der Welt der Tanzpädagogik für Kinder. Manchmal schleichen sich auch Gedanken aus dem Leben mit hinein.
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