Originalität bedeutet zu den Ursprüngen zurückzukehren
– Fenster in meine Welt

Vielleicht hast Du schon einmal von der Sagrada Família gehört?

Ich bis vor Kurzem jedenfalls nicht. Über meinen Geburtstag war ich gemeinsam mit meiner Mama in Barcelona. Es war ihr Geburtstagsgeschenk an mich – und gleichzeitig hat sie sich selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllt: einmal die Sagrada Família zu besuchen.

Ich habe es nicht nachvollziehen können, warum Menschen aus aller Welt wegen einer Kirche nach Barcelona reisen. Also buchten wir ein Ticket und machten einen kleinen Kurztrip.

Als ich schließlich vor diesem gewaltigen Bauwerk stand, an dem bis heute gearbeitet wird, war ich überwältigt. Diese Kirche ist kein Gebäude im herkömmlichen Sinn, sondern sie spiegelt das pure Leben und die Harmonie der Natur wieder.

Überall begegnete mir die Natur. Licht, Formen, Farben und die Proportionen schienen miteinander im Einklang zu stehen. Ich hatte das Gefühl, dass sich Himmel und Erde, Bewegung und Stille, Architektur und Natur gegenseitig begegnen.

Der Architekt Antoni Gaudí begann bereits 1892 mit dem Bau der berühmten Basilika. Seine größte Inspiration war die Natur. Er beobachtete ihre Formen, ihre Gesetzmäßigkeiten und ihre Harmonie so genau, sodass sie zum Fundament seiner Architektur wurden. Bis heute wird an der Sagrada Família weitergebaut.

 

Sagrada Família -Gaudi und Rudolf von Laban | Tanz Dein Leben Wild & Frech Blog | Stefi Schmid

Gaudí war ein außergewöhnlicher Architekt. Nichts schien dem Zufall überlassen zu sein. Formen, Farben, Materialien und Licht standen in einer tiefen Beziehung zueinander. Je länger ich mich in der Sagrada Família aufhielt, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass hier nicht einfach ein Gebäude entstanden ist, sondern ein lebendiges Gesamtkunstwerk.
Gaudis schöpferisches Geheimnis spiegelt dieses Zitat sehr gut wieder:

”Originalität bedeutet zu den Ursprüngen zurückzukehren.“

 

Denn Gaudi war ein Mensch der die Gesetzmäßigkeiten

  • der Natur
  • der platonischen Körpern und wie diese in- und miteinander verwoben werden können
  • der Fibonacci Folge
  • den goldenen Schnitt

begriffen und verstanden hatte.

 

Während ich darüber sinnierte… kam mir Rudolf von Laban in den Sinn, denn das Zitat von Gaudi spiegelt auch seine Arbeit wieder. Rudolf Labans Arbeit war geprägt von:

  • der Natur
  • den platonischen Körpern und wie diese in der Raumlehre angewandt und auf den Körper übertragen werden können
  • den Gesetzmäßigkeiten der harmonischen Bewegung

 

Während mir dieses Zitat noch lange im Kopf nachhallte, fragte ich mich, warum es manchen Tanzpädagogen so schwerfällt, einen stimmigen Tanzunterricht zu gestalten. Vielleicht liegt es manchmal daran, dass wir auf der Suche nach immer neuen Ideen sind, bevor wir den Ursprung von Bewegung und Tanz wirklich verstanden haben.

Denn sobald wir die Originalität – den Ursprung – verstehen, verändert sich etwas. Plötzlich erkennen wir vielleicht, dass oft weniger mehr ist. Dass wir nicht immer innovativ sein müssen, sondern aus einem einfachen Gedanken unendlich viele Möglichkeiten entstehen können.

Im Ausbildungsprogramm hören mich meine Teilnehmer immer wieder einen Satz sagen:

”MaEei!“

Mach es einfach.

Denn die Schönheit liegt oft in den kleinen Dingen. Mit großen Kulissen, aufwendigen Requisiten oder einer Drehbühne kann man leicht Eindruck machen. Aus wenig etwas entstehen zu lassen, ist dagegen die wahre Kunst. Und diese Kunst beginnt immer beim Fundament – bei den Gesetzmäßigkeiten der Harmonie.

Doch die Harmonie entsteht nie durch einen Gleichklang – das wäre langweilig. Sie lebt vom Zusammenspiel der Polaritäten, das lässt sich in der Sagrada Família wunderbar beobachten. Überall begegnen sich Gegensätze, die miteinander in Balance stehen:

  • Hoch und Tief
  • Innen und Außen
  • Eckig und Rund
  • Eng und Weit
  • Funktion und Expression

 

 

Erst das macht diese Kirche für mich so außergewöhnlich. Nicht die Größe. Nicht die vielen Details. Sondern das feine Spiel der Polaritäten, die miteinander im Einklang stehen und gemeinsam ein lebendiges Kunstwerk entstehen lassen.

Kinder lieben es übrigens, genau diesen langweiligen Gleichklang immer wieder zu durchbrechen – denn gerade darin entstehen Spiel, Humor und Kreativität. Doch das Spiel mit den Polaritäten gelingt erst dann, wenn die Harmonie zuvor begriffen und verstanden wurde.

 

Abschließen möchte ich mit Gaudis Worten:

”Um ein gelungenes Werk zu erschaffen,
braucht es zuerst Liebe und dann Technik.“

 

Möchtest Du tiefer in die Gesetzmäßigkeiten von Bewegung, Harmonie und Raum eintauchen?

In der Ausbildung zur Tanzpädagogin für Kinder & Kindertanz tauchen wir gemeinsam in die Gesetzmäßigkeiten von Raum, Harmonie und Bewegung ein – das Fundament, aus dem unendlich viele Möglichkeiten für Deinen Tanzunterricht entstehen.

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Danke fürs Reinlesen.

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