Heute möchte ich Dich einladen mit Dir in das Tanzende Klassenzimmer zu reisen und weshalb ich glaube, dass in Schulen mehr getanzt werden sollte. Doch bevor wir uns heute mit auch ein wenig Sachlichkeit beschäftigen lade ich Dich kurz in meine Kindheit ein, denn diese hat etwas damit zu tun, wie ich diese Dinge heute betrachte; sei also gespannt.

 

Als ich klein war, war ich eine Entdeckerin

Ich habe gesucht und gefunden, ich habe geforscht und erforscht, ich habe Dinge untersucht und herausgefunden wie sie funktionieren, ich habe Fragen gestellt, ich hatte eine Menge Unsinn im Kopf, habe lautstark gesungen, habe mich mehrfach um meine eigene Achse gedreht, habe Theaterstücke erfunden und aufgeführt, Bilderbücher gesehen, wollte wissen was es mit diesen Buchstaben auf sich hat, liebte Geschichte und Bewegung, rollte am Boden herum, malte und bastelte auf dem Fussboden; ich liebte es die Welt zu entdecken und zu lernen.

 

Kindertanz Tanzpädagogik Bewegungspädagogik

 

Dann wurde ich eingeschult. Ich war stolz ein Schulkind zu sein, ich hatte so eine riesengroße Schultüte, eine Hornbrille, einen Topfhaarschnitt, ein Burgund-pink-kariertes Kleid an und freute mich endlich in die Schule zu gehen; denn das hieß ja ich bin schon groß.

Doch was ich dabei mit meinen 6 Jahren nicht bedacht hatte war:

  • In der Schule muss man auf einem Stuhl sitzen, den ich ja so gar nicht mochte, denn auf Fussboden war es doch so viel schöner.
  • In der Schule kann man nicht auf einmal lautstark singen.
  • Einfach aufstehen, sich drehen und fallen lassen war auch nicht so gern gesehen und es sollten Dinge gelernt werden die ich vielleicht gerade nicht so spannend fand.
  • Dann gab es auch noch Hausaufgaben
  • Linierte und karierte Hefte – in die es galt ordentlich in die Karos oder auf die Linien zu schreiben; es gab regelmäßig einen Hinweis im Hausaufgabenheft, dass ich das nicht so ordentlich mache…

Aber es gab auch eine Tanz–AG die etwas aufführen durfte. Ich freute mich schon eine Blume tanzen zu dürfen und war von Stolz erfüllt. Doch für die Aufführung wurde ich nicht eingeplant – ich war zu verträumt. Wahrscheinlich dachten sich die Lehrer, ich verträume die Vorstellung?! Ich war traurig, denn diese künstlerischen Dinge in meiner Schulzeit waren für mich das Größte!

Ich liebte es zu gestalten, egal ob mit Papier, Farben, zu singen, zu tanzen… denn all dies bereitete mir tief empfundene Freude, die es bis heute noch tut. Ich vergaß alles um mich herum, so wie ich das auch noch heute tue, sobald ich mich mit Dingen oder Menschen verbinde, die mir Freude bereiten; denn es ist wie spielen. Erich Kästner sagte einmal:

“So hat das Kind ein königliches Verhältnis zur Zeit, nämlich keins, wenn es spielt.
Das ist es, was wir an der Kindheit bewundern:
Ausstieg aus Zeit, Paradies.”

Herrlich ist das so im Paradies zu sein, zu spielen und sich treiben zu lassen, ein Entdecker, ein Träumer zu sein, Abenteuer zu erleben und gleichzeitig dabei etwas zu lernen! Kinder sind von Natur aus neugierig! Ich weiß es, denn ich war auch mal klein und ich kann mich noch gut daran erinnern. Jedes Kind ist anders, einzigartig und auch vielleicht ein wenig eigensinnig und träumerisch wie ich es war; so sind gerade deshalb ganzheitliche Lernerfahrungen wichtig, denn mancher von uns, egal ob groß oder klein, lernt anders.

Die Schule ist ein Ort des Lernens, der Begegnung, sie ist keine Vorbereitung aufs Leben, sie ist Leben.

Laut dem Duden bedeutet Schule:

Lehranstalt, in der Kindern und Jugendlichen durch planmäßigen Unterricht Wissen und Bildung vermittelt werden.

Spannend… doch Lehrer leisten viel mehr als das. Ein Lehrer der begeistert, Geschichten erzählt, einen einlädt auf eine Reise zu neuen Orten ist ein Lehrer zu dem wir gerne gehen.

Die Herkunft des Namens Schule bedeutet laut Duden:

mittelhochdeutsch schuol(e), althochdeutsch scuola < lateinisch schola = Unterricht(sstätte);
Muße, Ruhe < griechisch scholḗ, eigentlich = das Innehalten (bei der Arbeit)

Der Begriff wie er im Alten Griechenland benutzt wird gefällt mir!

Muße, Ruhe – Innehalten

Muße ist etwas wunderbares, denn dies ist etwas was wir gerne tun, aus einer tiefen inneren Motivation heraus, mit Ruhe; und hier gibt es auch die Zeit mal kurz Innezuhalten; ich glaube ich will eine Zeitreise ins alte Griechenland machen und dort lernen dürfen!

Auch Albert Einstein wusste:

“Lernen ist Erfahrung.
Alles andere ist einfach nur Information.”

Wie ist das möglich in der Schule? Im Werkunterricht, Sport, Musik und Kunst lernen Kinder durch Erfahrung.

Aber…

kann man Mathe, Deutsch, Religion, Heimat und Sachunterricht tanzen? Ich behaupte ja. Vor allem glaube ich:

  • Dass Kinder einen Raum erfahren sollen indem sie sich ausdrücken dürfen
  • Wo es keinen Leistungsdruck gibt
  • Wo Freude an Abstraktion herrscht
  • Wo sich alle begegnen
  • Wo wir unsere Einzigartigkeit kennen lernen und die des anderen zu schätzen lernen
  • Wo wir Kontakt zu unseren Sinnen und zu unserer Phantasie schaffen

In verschiedenen Ländern ist Tanz ein Unterrichtsfach, wie zum Beispiel in England oder an manchen Stellen auch in der USA; in Deutschland leider noch nicht. Warum eigentlich nicht?

  • Denn durch den Tanz lernen die Schüler zusammen zu arbeiten, sich zu fokussieren und zu improvisieren.
  • Kinder erleben neue Wahrnehmungen, welche ihnen helfen, auf neue Weise zu lernen und zu denken.
  • All dies sind Fähigkeiten, die sie im Leben brauchen und genau das schafft Kunst im allgemeinen.

Leider bekommen nicht alle Kinder die Möglichkeit ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entfalten und zu entdecken, da manchmal das nötige Geld fehlt; und ich weiß selber von vielen, die es sich nicht leisten können in eine Tanzschule zu gehen.

So ist es meiner Meinung nach um so wichtiger, dass Kinder die Möglichkeit haben mit Tanzkünstlern und engagierten Lehrerinnen zu tanzen, denn Bewegungslieder und/oder Kreistänze sind eine fabelhafte und freudvolle Ergänzung im Schulalltag, ersetzen aber nicht den kreativen und künstlerischen Tanz.

Tanz ist noch kein Pflichtfach in Deutschland, doch es gibt mittlerweile viele spannende und facettenreiche Formate, wie der Tanz selbst, zum Beispiel:

Ich würde sagen, es ist noch Luft nach oben was den Tanz in Schulen betrifft und trotzdem, sehe ich viele schöne Sterne die schon oben am Himmel sind.

Möchtest Du auch zu den leuchtenden Sternen gehören, die mit Kindern in der Schule tanzen möchten?

Dann schaue gerne einmal bei meinen Videokurs Pionierinnen des Kindertanzes – Jenny Gertz vorbei, dort findest Du eine Menge Inspirationen wie Du mit großen Schulklassen tanzen kannst – und das ganz kinderleicht.

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