Ich liebe es Bücher zu verschenken – an kleine Menschen und an große Menschen, denn Bücher eröffnen immer Räume zu neuen Welten die uns vielleicht bis dahin verborgen galten und wir brauchen dafür wenig Geld um in eine Welt der Phantasie zu reisen.
In meinem Regal wohnen viele wunderbare Kinderbücher, in denen ich immer wieder schmökere, mich an ihren Bildern erfreue und auch manchmal zu meinem Tanzunterricht mitnehme – und nun hat sich ein neues wundervolles Kinderbuch dazugesellt: Gig Gürtelmull machts anders erschienen im
Es ist ein Buch für große und kleine Menschen – e
”Es gibt keine Kunst für Kinder, es gibt Kunst.
Es gibt keine Illustration für Kinder, es gibt Illustration.
Es gibt keine Farben für Kinder, es gibt Farben.
Es gibt keine Literatur für Kinder, es gibt Literatur.
Daraus folgt, dass ein Kinderbuch ein gutes Buch ist, wenn es ein gutes Buch für alle ist.“
Diese Sichtweise lädt uns ein Kinderbücher ganz anders zu betrachten… denn kleine Menschen finden in einer Geschichte vielleicht ganz andere Dinge als große Menschen – und beide Perspektiven machen, dass es eben ein tolles Buch ist.
Es
Und nun lass uns gemeinsam zu Gig Gürtelmull reisen – einem kleinen Gürtelmull, der alles eben ein wenig anders macht.
Die Geschichte beginnt mit einem großen Geschichtenabend. Familie Gürtelmull lädt alle Tiere ein, denn eines können die Gürtelmulls besonders gut: Geschichten erzählen.
”Onkel Gürtelmull spricht und das Publikum klatscht.
Bei Mama kugeln sich alle am Boden.
Wenn Oma Gurtelmull erzählt, wird nicht mehr gequatscht.
Der Gürtelcousin lässt die Menge toben!
Ganz selbstverständlich treten sie auf und machen andere Tiere froh.
Alle kennen tolle Geschichten zuhauf, nur einem gelingt das Erzählen nicht so.“¹
Und genau dieser eine ist Gig. Es hat mich berührt zu sehen, wie er sich unter einer Blume versteckt. Er gehört zwar zu einer Familie voller Geschichtenerzähler, doch sobald er an der Reihe ist, versagt ihm die Stimme.
Vielleicht kennst Du dieses Gefühl? So gerne mitmachen zu wollen und doch das Gefühl zu haben, dass alle anderen etwas können, was einem selbst einfach noch nicht gelingen will. Schrecklich ist das.
Gig macht sich auf die Suche und fragt die anderen Tiere um Rat. Der eine empfiehlt ihm, seine Geschichten aufzuschreiben. Die nächste würde sie lieber malen. Ein anderer schlägt vor, einfach ein Lied daraus zu machen. Alles gute Ideen.
Doch wie das manchmal im Leben so ist: Was für den einen genau richtig ist, muss für den anderen noch lange nicht passen.
Gig probiert vieles aus, doch nichts davon fühlt sich nach ihm an, es ist wie eine kneifende Unterhose. Er verliert mehr und mehr das Vertrauen, jemals seinen ganz eigenen Weg zu finden. Wie gut, dass Geschichten manchmal genau dann eine Wendung nehmen, wenn wir sie am wenigsten erwarten. Denn eines Abends spielt DJ Kolibri ein Lied mitten im Mondschein. Und plötzlich beginnt sich für Gig alles zu verändern.
Die Musik beWEGt ihn und auf einmal geschieht es wie von allein… seine ganz eigene Art Geschichten zu erzählen offenbart sich ihm.
Gig tanzt
”Gig packt riesige Tanzeslust.
Er kugelt im Kreis und macht eine Sprung,
abgeschüttelt ist gleich der Frust!
Die Geschichte im Kopf, sie wird zum Tanz!“¹
Während das Lied im Mondschein verebbt… erschallt ein riesiger Applaus! Gig hat seinen ganz eigenen Weg gefunden, Geschichten zu erzählen. Nicht mit Worten. Sondern mit seinem Körper.
Genau darin liegt für mich die wahre Magie des Tanzes: Geschichten mit dem eigenen Körper im Raum erfahrbar zu machen. So manch ein großer Mensch schaut mich manchmal an, als wäre ich selbst ein kleines Panoptikum. Doch lass uns einmal ein winziges Experiment machen:
- Nimm einfach Deine Hand.
- Lass sie ganz sanft und langsam nach oben schweben – wie ein zarter Windhauch, der dem Himmel entgegensteigt.
- Und nun schließe dieselbe Hand schnell und kraftvoll zu einer Faust.
Es war dieselbe Hand. Und doch hat sie zwei völlig unterschiedliche Geschichten erzählt. Ist das nicht faszinierend?
Die wahre Schönheit daran ist: Ganz gleich, wo wir auf dieser Welt leben, welche Sprache wir sprechen oder woher wir kommen – diese beiden Geschichten verstehen wir alle.
Welche Geschichte erzählst Du eigentlich mit Deinem Körper?
Gig hat seinen ganz eigenen Weg gefunden, Geschichten zu erzählen. Nicht mit Worten, sondern mit Tanz. Und genau darin liegt für mich die eigentliche Botschaft dieses Buches.
Wir müssen nicht alle auf dieselbe Weise erzählen.
Jeder Mensch trägt eine ganz eigene Art in sich, die Welt auszudrücken.
Vielleicht ist genau das die große Frage, die dieses Bilderbuch uns großen Menschen mit auf den Weg gibt:
Wie können wir Kinder dabei begleiten, ihre EinzigARTigkeit zu entdecken und ihr Ausdruck zu verleihen?
Denn Tanz ist für mich weit mehr als das Erlernen von Schritten.
Er schenkt Kindern einen Raum, in dem sie herausfinden dürfen:
Was macht eigentlich mich aus?
Möchtest Du selbst lernen, wie Kinder durch Tanz ihre ganz eigene Sprache finden?
Dann entdecke die berufsbegleitende Tanzpädagogik Ausbildung für Kinder & Kindertanz. Dort lernst Du, wie Tanz zu einer Sprache wird, mit der Kinder Geschichten erzählen können – auf ihre ganz eigene Weise.
Danke fürs reinlesen.
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Deine Stefi
Literaturquelle
¹Nicole Pirker & Clara Frühwirt | Gig Gürtelmull machts anders | Vermes Verlag, 2024
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